Hundeschule, Maulkorb, Hundetraining, Konditionierung, Eigenschutz, Fremdschutz, Giftköderverhinderung

 

Der Maulkorb hat in Deutschland leider nicht den besten Ruf. Er steht für Aggression und die Freiheitseinschränkung des Hundes. Dabei ist er ein tolles Hilfsmittel.

Er kann sehr nützlich bei einem schmerzhaften Tierarztbesuch werden, unsere Vierbeiner davor schützen, gefährliche Dinge aufzunehmen und gibt Hunden, die bspw. auffällig geworden sind, eine zweite Chance auf Sozialkontakte und „Rehabilitation“.  In einigen Ländern ist er Pflicht und auch in Straßenbahnen und Zügen muss er getragen werden. Ein gut gemachtes Maulkorbtraining mit einem passenden Korb führt zu einem Hund, der ihn gar nicht merkt und häufig mehr Freiheiten genießt.

Der richtige Maulkorb

Ein gut sitzender Maulkorb schränkt einen Hund nicht ein.
Hecheln, schnüffeln, trinken und soziale Interaktionen werden nicht beeinträchtigt (bis auf das Beißen und die Aufnahme von Dingen …).

Es gibt verschiedene Varianten von Maulkörben. Es gibt sie aus Plastik, Leder, Metall und auch aus Stoff.

Die Maulschlaufen aus Stoff sind nicht zu empfehlen. Sie schnüren dem Hund förmlich die Schnauze zu, sodass nicht gehechelt werden kann. Jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm es sein muss, den Mund nicht öffnen zu können. Bei Hitze und körperlicher Belastung kann das sogar gefährlich für den Hund werden. Kauft man die Schlaufe etwas größer, um dem Hund doch etwas Luft zu gönnen, ist es nicht mehr sicher. Da die Schlaufen vorne offen sind, reicht ein Spalt und der Hund kann Dinge aufnehmen und im Ernstfall auch etwas schnappen.

Lederkörbe sind wesentlich angenehmer zu tragen. Besonders sicher und hygienisch sind sie jedoch nicht. Die Lücken zwischen den Riemen reichen oft aus, sodass der Hund doch etwas schnappen oder aufnehmen kann.
Im Ernstfall ist er nicht zu empfehlen, als Pflicht für eine Straßenbahnfahrt ist er sicher eine angenehme Sache.

Bei den Plastikkörben gibt es „gute“ und „schlechte“ Varianten. Die Körbe können bei richtiger Auswahl gut sitzen und sind auch gut zu reinigen.
Die billigen Varianten sind jedoch nicht besonders stabil und können brechen. Besonders bei Minusgraden ist Vorsicht geboten, denn dann brechen sie besonders leicht.
Für Langschnauzen eignen sich häufiger „Windhundmaulkörbe“. Diese sitzen bei vielen Langschnauzen gut und habe vorne sogar eine Schutzfläche, die zusätzlich die Aufnahme von Gegenständen und Futter vom Boden verhindert.

Den besten Tragekomfort, gute hygienische Eigenschaften und die beste Sicherheit bieten aus unserer Erfahrung Drahtmaulkörbe.
Sie sind leicht und sehr stabil. In der richtigen Größe kann der Hund hecheln, saufen und schnüffeln, als würde er keinen tragen.

Eine tolle Auswahl an Körben gibt es hier: www.chicundscharf.com

Hier wird auch zu jedem Maulkorb erklärt, wie man die Größe bestimmt und wie viel Luft man addieren muss, damit sich der Hund wohlfühlt.

Maulkorbtraining – Wie konditioniere ich ihn richtig?

Hat man genügend Zeit, den Hund an einen Maulkorb zu gewöhnen, macht ein Training über einen längeren Zeitraum Sinn.
Ist der passende Maulkorb da, braucht man eigentlich nur noch etwas Leckeres, dass dem Hund richtig schmeckt. Besonders geeignet ist hierfür eine Tube Leberwurstpaste oder Ähnliches.

Man hält dem Hund die Öffnung des Maulkorbs entgegen. Er darf schnüffeln und man schaut, wie er reagiert. Ist er nicht beunruhigt, schiebt man die Futtertube so von hinten durch den Draht, dass der Hund die Schnauze etwas in den Korb bewegen muss, um an die leckere Paste zu gelangen. Während er fröhlich schleckt, wird fleißig gelobt.
Nimmt der Hund die Schnauze aus dem Korb, stoppt das Lob auf der Stelle, denn sonst würden wir ihn für das Herausnehmen der Schnauze belohnen.

Diese Übung kann man mehrmals am Tag machen und sich im Laufe der Tage steigern. Nach ein paar Tagen sollte es möglich sein, den Korb zu schließen, während man füttert. Auch hier kann die Dauer des Tragens des geschlossenen Korbes schrittweise erhöht werden, sodass der Hund sich schon bald für eine längere Zeit mit Maulkorb und ohne dauerhafte Bestätigung zu Hause bewegen kann.

Macht man es gut und lässt sich genügend Zeit, wird der Korb zu einer Selbstverständlichkeit für den Hund, wie die Brille für uns Menschen.

Da eine Anleitung nur durch Worte nicht immer alle Fragen klärt und verschiedene Interpretationsmöglichkeiten mit sich bringt, ist es im Zweifel immer gut, sich Rat und Hilfe von einem Trainer zu holen.

Wir finden, es würde durchaus Sinn machen, jeden Hund an den Maulkorb zu gewöhnen – auch wenn er ihn nicht braucht. Im Ernstfall, im Ausland mit Maulkorbpflicht oder bei schmerzhaften Tierarztbesuchen kann so nichts mehr passieren.

Euer DOG-Study-Team

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