flexi-leine

Geht man vor die Tür und achtet darauf, wie viele Flexi-Leinen die „Verbindung“ zwischen Hund und Halter bilden, wird schnell klar, dass der Erfinder reich sein muss.

Fragt man die Nutzer dieser Leine, warum sie diese verwenden, sind folgende die häufigsten Argumente:

– Der Hund kann sich auch mal entfernen,
– an dieser Leine zieht der Hund nicht mehr so stark und
– der Hund kann seinen eigenen Hobbys, z. B. dem Schnüffeln, nachgehen.

(Manchmal kommt noch der Punkt, dass man „Kackebeutel“ dranhängen kann dazu…)

Diese 3 Argumente kann man aber auch schnell in Gegenargumente verwandeln.

Zur Erklärung:
Die meisten Menschen wünschen sich einen Hund, der „bei Fuß“ läuft.
Da das häufig nicht so gut klappt wie gewünscht, wird man von seinem Hund durch die Gegend gezogen und er macht, was er will.

„Der Hund kann sich entfernen“
Anstatt dem Hund beizubringen, sich in der direkten Nähe aufzuhalten, erlauben wir ihm mit dieser Leine, sich von uns wegzubewegen.

„Der Hund zieht nicht mehr so stark“
Der Hund zieht sogar „noch stärker“ – hier nur mit Erfolg.
Der Hund merkt sehr wohl den Widerstand der Leine, hat aber eben Erfolg beim Ziehen.

„Der Hund geht seinen eigenen Hobbys nach“
Auf jedem Spaziergang sollte der Hund die Möglichkeit haben, sich zu lösen und auch herumzuschnüffeln. Doch kann der Hund das nicht auch an einer gewöhnlichen Leine? Ja, das kann er.
Mit dem Freifahrtschein jederzeit und überall tun zu können, was er will, verbauen wir uns die Chance, Einfluss auf unseren Vierbeiner nehmen zu können.
Er läuft vorne weg und wir dackeln brav hinterher. Keine Kommunikation und auch keine Führungsqualitäten unsererseits sind im Spiel.
Der Hund ist auf sich selbst gestellt und wird auch nicht auf uns zählen, wenn wir in eine für ihn brenzliche Situation kommen. Er wird es „selber
regeln müssen“.

Wer seinem Hund also die Leinenführung näher bringen möchte, sollte als ersten Schritt auf die Flexi-Leine verzichten und sich trauen, mit seinem Hund in die Kommunikation zu gehen.

Wichtig:
Ist der eigene Vierbeiner ängstlich oder schreckhaft veranlagt (auch Hunde aus dem Auslandstierschutz, die sich noch nicht an den neuen Lebensraum gewöhnt haben), ist von einer Flexi-Leine abzuraten.

Sollte sich ihr Hund jemals erschrecken und Ihnen gleitet das klobige Ende der Leine aus der Hand, kann das schnell ein schreckliches Ende nehmen.
Der Rollkasten schlägt immer wieder hinter dem rennenden Hund auf und hetzt ihn bis zum Umfallen. Wenn hier ein Auto dazwischen kommt, oder sich der Hund mit der Leine bspw. in etwas verfängt, geht das selten gut aus.

Auch Verbrennungen durch die dünnen „Strippen“ sind nicht selten. Schlimme Stürze von Fahrradfahrern, die die dünne Leine quer über den Weg nicht gesehen haben, hat die „Flexi“ häufiger zu verantworten. Dabei verletzt sich meistens nicht nur der Radfahrer.

Wie bei allen Themen gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel. Achtsam jedoch sollte man auf jeden Fall mit der Flexi-Leine unterwegs sein.
Euer DOG-Study-Team